Am Anfang standen keine Comicpanels. Nicht mal eine Story. Am Anfang standen T-Shirts.
Ich bin Grafikdesigner und Illustrator – und irgendwann hatte ich Lust, eigene Shirts zu gestalten. Nicht irgendwelche, sondern etwas mit Persönlichkeit. Etwas, das ein bisschen absurd ist, ein bisschen verrückt, und gleichzeitig diesen ganz eigenen Vibe der Surfkultur der 80er Jahre atmet. So entstanden die ersten Versionen von SharkBite, Maddog Murphy und Piña Loca. Drei Charaktere, die optisch sofort etwas zu sagen hatten – auch wenn damals noch niemand wusste, was genau.

Am Strand entsteht eine Welt
Mein Sohn Frederik war damals 14. Leidenschaftlicher Comicleser, Marvel-Fan durch und durch, und jemand, der beim Thema Geschichten erzählen sofort hellwach wird. Wir haben viel Zeit am Strand verbracht – Beachball spielen, reden, Quatsch machen – und irgendwann landeten wir immer wieder bei diesen drei Figuren.
Wer ist SharkBite eigentlich? Was will Maddog? Wie tickt Piña Loca wirklich? Runde für Runde haben wir weitergesponnen, eine Backstory entwickelt, Ideen verworfen, neue gefunden. Aus drei T-Shirt-Motiven wurden echte Charaktere mit Geschichte.
Und dann kam der Moment, der alles verändert hat: Lass uns ein Hörspiel machen.
Das Hörspiel, das kein Hörspiel wurde
Frederik war sofort dabei. Er setzte sich hin und schrieb unsere ersten Storyideen in ein richtiges Hörspielskript um – strukturiert, mit Dialogen, mit Szenen. Für jemanden, der so viele Comics und Geschichten in sich aufgesogen hatte, kam das erstaunlich natürlich.
Aber je weiter wir kamen, desto klarer wurde es: Das hier ist eigentlich kein Hörspiel. Das ist ein Comic. Die Figuren sind so visuell, die Situationen so bildstark – warum das alles in Audio packen, wenn ich selbst Illustrator bin und seit Jahren Comics zeichne? Also haben wir die Idee kurzerhand über Bord geworfen und neu angesetzt.
Diesmal richtig.
Zwei Jahre, 96 Seiten
Wir wollten es nicht überstürzen. Bevor ich auch nur einen Strich gezeichnet habe, haben wir uns zusammen an das Drehbuch gesetzt. Immer dann, wenn Zeit war – abends, am Wochenende, in den Ferien. Szene für Szene, Dialog für Dialog. Das hat rund ein Jahr gedauert. Erst als das Skript stand, habe ich mit dem Zeichnen angefangen.
Die Aufgabenteilung war dabei fast wie von selbst entstanden: Ich zeichne, Frederik storyboarded und coloriert die Seiten. Dass er das Storyboard übernahm, war ein Glücksfall – denn Frederik hat eine außergewöhnlich visuelle Vorstellungskraft. Wer jahrelang Comics liest, vor allem Lustigen Taschenbüchern und Marvel, der weiß intuitiv, wie eine Seite atmet. Wie viel Platz eine Szene braucht. Wann ein Panel groß sein muss und wann klein.
Er war mein härtester Kritiker. Und mein bester Sparringspartner.
Ein weiteres Jahr später – im Oktober 2024 – haben wir Surfer Dudes Band 1 im Selbstverlag über Amazon veröffentlicht. 96 Seiten. Zwei Jahre Arbeit. Ein Comic, den wir selbst kaufen würden.
Was bleibt
Surfer Dudes ist kein Kindheitsprojekt und kein Schulheft. Es ist etwas, das wir als Vater und Sohn gemeinsam in die Welt gebracht haben – mit echtem Aufwand, echten Entscheidungen, echten Fehlern und echten Momenten, in denen eine Seite plötzlich besser war als alles, was wir uns vorgestellt hatten.
Band 2 ist in Arbeit. Die Dudes haben noch viel vor.
Hol dir Band 1 direkt hier – oder schau auf unserem Instagram vorbei, wo wir regelmäßig Einblicke hinter die Kulissen zeigen.


